TIPPS VON A - Z
IM INNENBEREICH

A - ABDICHTEN

Ist davon auszugehen, dass der Estrich bzw. der Boden regelmäßig mit Wasser beaufschlagt wird (Badezimmer, Nassraum), muss der Estrich/Boden gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Das heißt, vor den eigentlichen Natursteinverlegearbeiten ist auf dem Estrich/Boden eine Verbundabdichtung aufzutragen (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 07)

Bahn-Verbundabdichtung

Seit geraumer Zeit werden parallel zu den flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungsmaterialien auch sogenannte sehr dünnschichtige und in der Regel flieskaschierte Abdichtbahnen erfolgreich zum Abdichten von Nasszellen und Badezimmern verwendet. Diese Bahnen (AEB-Bahn) werden mit einem Fliesenkleber fest mit dem Untergrund verklebt. Die Stöße überlappen 5 cm und werden mit einem speziellen Dichtkleber geschlossen. Anschließend kann auf den so abgedichteten Flächen im Verbund die Steinverlegung mit einem hydraulisch abbindenden Mörtel stattfinden. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 28)

Dichtbänder

Dichtbänder dienen dazu, eine Abdichtungsebene auch über Bewegungsfugen ohne Unterbrechung führen zu können. Entscheidend ist, dass das Dichtband auf den flüssig zu verarbeitenden Dichtstoff herstellerseitig abgestimmt ist. Ansonsten kann es zu Anhaftungs- und Beständigkeitsproblemen kommen. (Quelle: "Naturstein sicher verlgen", Seite 29)

Dichtecke

Dichtecken vereinfachen die Dichtbandführungen im Bereich des Wand-Boden-Übergangs im Eckbereich von Badezimmern. Diese sollten eingebaut werden, da das Schneiden von Dichtecken aus Dichtbändern auf der Baustelle oftmals zu Leckagen in der Abdichtung führt. Dichtecken gibt es als Innen- und Außenecken. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 29)

Dichtkleber

Unter den sogenannten Dichtklebern versteht man hochkunststoffmodifizierte Kleber/Mörtel, die quasi wasserundurchlässig sind. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 29)

Dünnbettmörtel

Für die Verlegung/Verklebung des Steinbelags auf der zuvor aufgetragenen, ausgehärteten Verbundabdichtung ist ein auf die Abdichtung zugelassener und geprüfter Dünnbettmörtel einzusetzen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 30)

Duschrinnen

Im Hinblick auf die im Trend liegenden barrierefreien Badezimmer werden für die Entwässerung der Duschfläche auch Rinnensysteme geplant und eingebaut. Wählt der Bauherr eine Rinne aus, hat der Verarbeiter darauf zu achten, dass entsprechende Flansche etc. vorhanden sind, und diese sicher in die Verbundabdichtung zu integrieren. Sollen Rinnen an der Wand eingebaut werden, ist darauf zu achten, dass sie nicht an der Wand fixiert sind und gleichzeitig mit dem schwimmenden Estrich kraftschlüssig verbunden sind. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 30)

Feuchtigkeitsunempfindliche Untergründe

Feuchtigkeitsunempfindliche Untergründe sind in der Regel zementgebundene Materialien (Beton, Zementputz, Zementestrich), die trotz ständiger Durchfeuchtung keinerlei Schwächung erfahren. Diese sind bevorzugt in Nass- und Feuchträumen zu planen und einzubauen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 32)

Grundieren

Vor den Abdichtarbeiten sind die Untergründe zu reinigen und mit einer auf die Abdichtungsmaterialien abgestimmten Grundierung zu streichen. Der Grundieranstrich bindet den Staub, um den Haftverbund zu verbessern, den Untergrund zu verfestigen und dessen Saugverhalten zu minimieren. Soll eine Reaktionsharzabdichtung eingebaut werden, ist eine darauf eingestellte Reaktionsharzgrundierung einzusetzen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 32)

Mineralische Dichtungsschlämme

Die heute am häufigsten eingesetzten Verbundabdichtungen sind Kunststoff-Zementmörtel-Kombinationen, die sogenannten mineralischen flexiblen Dichtungsschlämmen. Sie können ein- oder zweikomponentig sein und müssen auf der Baustelle angemischt werden. Sie lassen sich streichen, walzen, spachteln oder spritzen. Sie sind in zwei Arbeitsgängen aufzutragen und die Gesamttrockenschichtdicke muss mindestens 2 mm betragen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 34)

Restfeuchte

Zum Zeitpunkt der Verlegung des Natursteinbelags soll der Verlegeuntergrund trocken sein. Dies gilt im Speziellen für schwimmende Estriche oder Estriche auf Trennlage sowie junge, erdberührte Betonbodenplatten. Da ein verlegter Naturstein immer eine große "Scheibe" darstellt, die sich in ihrer Formgebung nicht verändert, wird diese "Scheibe" in Kombination mit einem jungen und feuchten schwimmenden Estrich nach einer gewissen Nutzungszeit zu Formveränderungen führen. Dies ist darin begründet, dass der Estrich trocknet und somit schwindet, der Naturstein aber nicht mitschwinden kann und sich die Konstruktion deshalb bogenförmig aufwölben wird. Aus diesem Grund ist bei der Bewertung des Untergrundes die Restfeuchte mit einem CM-Gerät zu ermitteln. Betonbauteile sollten vor der Natursteinverlegung mindestens sechs Monate trocknen. Bei feuchten Betonböden ist im Hinblick auf den Naturwerkstein und seine Empfindlichkeit hinsichtlich des Feuchtigkeitseintrags darauf zu achten, dass diese Feuchte den Stein optisch nicht negativ beeinflusst, ggf. ist die Fläche durch geeignete Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchte abzusperren. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 21)

Spachteln/Ausgleichen

Untergründe mit Unebenheiten, fehlendem Gefälle oder rauen Oberflächen etc. müssen vor den Abdichtungsarbeiten gespachtelt oder ausgeglichen werden. Als Grundsatz gilt, dass auf abgedichteten Flächen nicht mehr gespachtelt wird, sondern lediglich der Belag mit einem maximal 5 mm dünnen Mörtelbett verklebt wird. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 36)

B - Bewegungsfugen

Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften benötigen starre Beläge eine gewisse Bewegungsfreiheit, um sich ausdehnen oder zusammenziehen zu können. Um diese Längenänderungen auffangen zu können, müssen im Belag und/oder Estrich in gewissen Abständen Bewegungsfugen eingeplant und eingebaut werden. Die notwendige Bewegungsfreiheit sollte nicht unterschätzt werden, da fehlende Bewegungsfugen immer wieder zu Haftverbundschäden in den Belegen führen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 42)

E - Entkoppelung

Oftmals sollen Natursteine auf Untergründen verlegt werden, die eine dauerhafte Schadensfreiheit nicht ermöglichen. Diese Untergründe werden meistens beim Bauen im Bestand vorgefunden. Um trotzdem die Verlegung zu ermöglichen, gibt es sogenannte Entkopplungsmatten bzw. -platten, die als stabilisierende und spannungsabbauende Zwischenlage auf dem "kritischen" Untergrund verklebt werden. Auf den so vorbereiteten/entkoppelten Untergrund kann dann der Naturstein im Dünnbettverfahren verlegt werden. Hierbei sind jedoch die Verkehrsbelastung der Bodenbeläge und die Anordnung ausreichender Bewegungsfugen zu beachten. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 47)

R - Reinigung

Nach Fertigstellung der Beläge ist auf den Baustellen eine Reinigung bzw. Bauschlussreinigung notwendig. Im Hinblick auf den jeweiligen Naturstein und seine miernalogische Zusammensetzung ist darauf zu achten, dass keine Reiniger zum Einsatz kommen, die den Stein an der Oberfläche schädigen. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 57)

S - Silikon/Natursteinsilikon

Bedingt durch Flächen- und Bauteilbegrenzungen sind bei Natursteinbelägen zwangsläufig Bewegungsfugen einzuplanen und einzubauen. Für die Verfüllung dieser Bewegungsfugen werden in der Regel elastische Materialien verwendet. In der Masse kommen hier Silikone zum Einsatz. Im Hinblick auf die Natursteinverlegung ist dies insofern wichtig, da die normalen, in der Regel sauer vernetzenden Keramik- oder Sanitärsilikone Verfärbungen ausbilden können. Deshalb sind bei Natursteinarbeiten immer speziell ausgelobte Natursteinsilikone, die in der Regel neutral vernetzend sind, zu verwenden. Gleiches gilt für das ntowendige Glättmaterial. Auch dieses sollte vom Hersteller freigegeben sein. (Quelle: "Naturstein sicher verlegen", Seite 55)


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